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Music From The Beast Festival - Oberursel Burgwiesenhalle, 10.10.2015

Nachdem die Veranstalter im vergangenen Jahr die erste Auflage des Music From The Beast Festivals noch ganz im Zeichen von IRON MAIDEN ausstaffierten, wollte man in diesem Jahr etwas davon wegkommen, sodass im Endeffekt nur noch zwei, der insgesamt fünf verpflichteten Bands etwas mit den eisernen Jungfrauen zu tun hatten.
Somit war sowohl der Geist des ersten Festivals, als auch eine neue Note vorhanden und solchermaßen konnte dann auch eine Party der Superlative starten.

 

Das Festival eröffnen durften indes die Heilbronner Formation STRANGELET.
Mit ihrem Debüt „First Bite“, welches sie im Alleingang, sprich ohne Plattenfirma und sonstigen Geldgebern veröffentlichten, hatten sie mich schon vom Fleck weg begeistert und deshalb wollte ich mir die Band auch gerne mal On Stage zu Gemüte führen, wozu ich nun endlich die Möglichkeit hatte.
Zwar war die Anzahl derjenigen, die das genauso sahen noch überschaubar, doch langsam aber sicher kamen immer mehr Neugierige dazu, die dann auch feststellen mussten, es bei STRANGELET sicher nicht mit einer 08/15 Band zu tun zu haben.
Mit ihrem Material brachten sie sehr gute Stimmung in die Halle was sicherlich auch ein Verdienst von Sänger Stefan war, der wie vom wilden Affen gebissen seine Kilometer auf der Bühne ableistete.
Er ist wenigstens mal ein Kandidat, der nicht stocksteif auf einem Platz stehen bleibt und die Zeit On Stage herunterreißt, so wie das leider viele Musiker tun.
Wie sagt mein Arzt immer: „Ein bisschen Bewegung hat noch nie geschadet…haha“.
Ihre 40 Minuten Spielzeit reizten sie besonnen aus, sodass sie schlussendlich ihr schon erwähntes Album, welches ich übrigens nur jedem wärmstens empfehlen kann, ordentlich ins rechte Licht rückten.
Somit war sowohl STRANGELET, als auch den Veranstaltern des MFTB ein erstklassiger Einstand in den Tag geglückt.

 

Auch die nächste Band WICKED SENSATION konnten entschieden dazu beitragen, dass man sich am Ende des Tages mit einem wohligen Gefühl an der Magengegend Richtung Heimat aufmachen konnte.
Aber soweit waren wir ja noch nicht, denn zuerst hieß es mal Robert Soeterboek, den bestimmt auch viele Musikliebhaber von Bands wie STAR ONE bzw. AYREON kennen dürften und seinen Herren zu lauschen.
Ihr aktuelles Werk „Adrenaline Rush“ ist für mich essenziell und so freute ich mich auch dermaßen auf ihren Gig.
Zumal ich die Band schon seit unglaublichen 10 Jahren nicht mehr live erleben durfte.
Natürlich brachten sie aus besagtem neuen Album auch einige Stücke wie z.B. „King Of The World“, oder den kernigen Titelsong „Adrenaline Rush“.
Doch auch älteres Material fand seinen Weg in die Setlist, sodass Michael Klein (guitar), Sang Vong (guitar), sowie Keyboarder Bernd Spitzner, als auch Martin Mannhardt (bass) und Dirk Bruinenberg zusammen mit ihrem Riesen von einem Sänger einen beachtlichen Gig hinlegten, der mir auch persönlich einmal mehr zeigte wie professionell diese Band zu Werke geht, um ihr Material bestmöglich auch live darzubringen.
Deshalb kann ich von meiner Seite hier auch ausdrücklich von einem gelungen Gig sprechen, in der Hoffnung, die Band nicht erst wieder in 10 Jahren erleben zu dürfen.

 

Die nächsten auf der Liste war mit MAIDEN UNITED eine Band, die ja schon auf dem ersten MFTB Festival bewiesen wie unfassbar engagiert sie an ihr Konzept, Songs von IRON MAIDEN zwar zu covern, ihnen jedoch durch ihre Art sie zu präsentieren einen ganz eigenen Stempel aufzudrücken herangehen.
Zwischenzeitlich hatten sie ein weiteres Album mit dem Titel „Remembrance“ veröffentlicht, welches selbstredend auch wieder gespickt ist, mit Klassikern der NWOBHM Legende.
Unglaublich was die Jungs um THRESHOLD Sänger „Damien Wilson“ da immer wieder ans Tageslicht bringen.
Wir reden hier von Classics wie „Strange World“, „2 Minutes To Midnight“, „Charlotte The Harlot“, “The Evil That Men Do”, “Revelations”, “Children Of The Damned” und “Wasted Years”, die sie in einer unvergleichlich schönen akustischen Weise hervorzuzaubern scheinen.
Wenn einen während der gesamten Spielzeit von gut 90 Minuten eine wohlige Gänsehaut begleitet, ist dies mit Sicherheit ein Garant dafür, was da gerade Sensationelles auf der Bühne abgeht.
Und natürlich ließ es sich Damien auch diesmal nicht nehmen, die Massen mit in das Set einzubeziehen.
Bei „The Trooper“ ging er wieder in die Menge, um mit den Fans diesen Übersong zu singen.
Es hat schon Tradition, dass er das macht und doch ist es immer wieder ein Erlebnis, ihn dabei zu beobachten wie sehr er es genießt, ein Teil der Fans zu sein.
Ich glaub über die hohe Qualität der Sangeskunst eines Damien Wilson noch weiter auszuschweifen, wäre wohl dasselbe, als würde man Wasser an einen Bach tragen, denn wer bis jetzt noch nicht weiß, welch unfassbares Talent in ihm steckt, der kennt entweder sowohl THRESHOLD, als auch MAIDEN UNITED noch nicht, oder hat schlicht und ergreifend die letzten Jahre völlig verpennt.
Für mich gehört er mit zum Besten was die Musikwelt je in ihren Reihen hatte und auch seine Mitstreiter bei MAIDEN UNITED sind mit allen Wassern gewaschen und dies bewiesen sie auch an diesem Tag wieder eindrücklich.
Was für eine unfassbar geniale Band!

 

Nach den akustischen Ergüssen ging es mit den Nordlichtern von MOB RULES dann wieder etwas schneller zur Sache.
Sie hatte ja unlängst ihr Best Of Album Namens „Timekeeper“ veröffentlicht, aus welchem sie dann ohne große Probleme eine sehr ausgewogene Setlist zusammenstellten.
So kam das Publikum dann in den Genuss von Gottsongs wie z.B. „Among The Gods“, „Lord Of Madness“ und deren mehr, da auch ihnen eine volle Headliner-Show zugedacht war.
Ich hatte sie ja vor kurzem noch auf dem Metal Acker Festival in Tennenbronn live erleben dürfen und war wie dort schon, auch an diesem Abend wieder völlig begeistert.
Ich frage mich immer wieder, warum die Band nicht viel weiter oben in der Bekanntheitsliste mitmischt, denn bei Alben wie „Temple Of Two Suns“, „Among The Gods“, oder „Radical Peace“ müsste dies doch eigentlich die logische Konsequenz sein.
Doch die Jungs ließen sich dadurch nicht unterkriegen und genau das macht sie in Kombination mit der Veröffentlichung von eben erwähnten Alben so charmant und vor allem interessant.
Wer also die Band immer noch nicht auf dem Schirm hatte, sollte dies dringend mal ändern, denn wer weiß, ob ihm da nicht jahrelang eine Perle durch die Lappen ging.
Auch von der Bühnenpräsenz her lassen sie nichts anbrennen, selbst wenn das Backdrop mit dem Bandlogo welches aus Flammen besteht, anderes vermuten lässt.
MOB RULES ist es einfach immer wert, live erlebt zu werden und mit dieser Meinung stehe ich glücklicherweise nicht allein auf weiter Flur.

 

Nachdem die letzten Akkorde von MOB RULES verklungen waren, wurde es nun Zeit, den letzten Künstler des Abends auf der Bühne zu präsentieren.
Wie auch im letzten Jahr fand der frühere IRON MAIDEN Sänger BLAZE BAYLEY auch diesmal wieder den Weg in die Burgwiesenhalle, wo er zusammen mit seiner Begleitband, den Jungs von ABSOLVA einmal mehr einen mehr als überzeugenden Gig hinlegte.
Hatte er im vergangenen Jahr noch eine Setlist am Start, die nur aus Stücken bestand, die aus der Zeit stammten, als er die Alben „The X Factor“ und „Virtual XI“ eingesungen hatte, so besann er sich diesmal bis auf ein paar Ausnahmen wieder auf die Songs aus seinen Soloalben wie z.B. „Silicon Messiah“, welches übrigens in diesem Jahr zu besonderen Ehren kam und zu seinem 20 jährigen Jubiläum auf Vinyl veröffentlicht wurde und selbstredend im Set besondere Beachtung erfuhr.
Stücke wie eben der Titeltrack „Silicon Messiah“, oder auch „Stare At The Sun“ und „Ghost In The Machine“ live zu erleben ist immer wieder ein Hochgenuss und wenn die Songs von solch einer begnadeten Band wie ABSOLVA dargebracht werden, ist das nur noch eine größere Bereicherung.
Auch hier gilt, wer die Band bisher nicht kannte, einfach mal in ihre Alben rein hören und sich davon überzeugen lassen was die Jungs auch mit ihrem eigenen Material so alles reißen können.
Auch live kann man sie noch einmal in unseren Gefilden erleben.
Diesmal jedoch unter dem Banner von ABSOLVA.
Stattfinden wird dies im Oktober und November diesen Jahres, wo sie auch einige Venues in Deutschland heimsuchen werden.
Dies nur als kleiner Hinweis!
Somit kann ich schlussendlich auch mit gutem Gewissen behaupten, dass die erneute Verpflichtung von BLAZE BAYLEY bei der zweiten Ausgabe des Music From The Beast Festival eine mehr als weise Entscheidung war.

 

Die Veranstalter des MFTB hatten auch diesmal wieder einen unglaublichen Job abgeliefert und beinahe unmenschliches geleistet, damit aus dem Festival das wird, was es letztlich war.
Nämlich ein sehr gelungenes Event, welches nach einer Weiterführung im kommenden Jahr nur so schreit.
Ich persönlich hoffe es zumindest sehr, dass sie dieses tolle Festival auch weiterhin am Leben erhalten.
In diesem Sinne auf das nächste MFTB!!!

 

Pics by Hobbit Hauser




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