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Metalacker Festival – Trombach Tennenbronn, 26.08.-27.08.2022

Metalacker Festival – Trombach Tennenbronn, 26.08.-27.08.2022

Manchmal sollte man einfach gewisse Zeitabschnitte ausblenden und sich auf das konzentrieren, was man gerade vor der Nase hat.
Mit diesem Gefühl ging ich zum Metalacker Festival 2022, denn wir wissen ja alle, warum sowohl dieses, als auch alle anderen Festivals, sowie auch Konzerte 2020 und auch teilweise 2021 nicht stattfinden konnten.
Legen wir also den Mantel des Schweigens darüber und erfreuen uns, dass endlich wieder so was wie Normalität in die Szene zurückkehrt.

Für mich persönlich ist der „Metalacker“, wie er bei uns nun mal der Einfachheit halber genannt wird, immer etwas ganz besonderes.
Nicht nur die immer wieder hervorzuhebende Bandauswahl, nein auch das Treffen mit vielen Menschen, die man lange nicht gesehen hat, ist für mich essentiell.
So muss ich leider auch gestehen, vom Opener des Freitags „Blvckwood“, sowie den darauffolgenden „Defocus“ nur am Rande etwas mitbekommen zu haben.
Nach so einer langen Zeit ist es einfach unmöglich, sich einfach nur vor die Bühne zu stellen, um sich die Show anzusehen, ohne dass man eine derart große Menge an Leuten trifft, die man teilweise schon Jahre nicht mehr gesehen hat.
Was ich jedoch mitbekommen habe war, dass beide Bands schon mal ordentlich Alarm machten und das Publikum somit sehr gekonnt auf den Rest des Festival vorbereiteten.

 

Auf die dritte Band des Tages freute ich mich besonders, denn mit „Serenity“ aus Österreich kam eine Band auf die Bühne, die ich seit ich sie im Jahre 2007 zum ersten Mal live erleben durfte, sicherlich schon 20 Mal gesehen habe und somit ihren Werdegang ziemlich gut verfolgen konnte.
Und ich brauch eigentlich auch nicht extra zu erwähnen, dass sie mich auch diesmal wieder absolut begeisterten.
Die Band legte wieder einmal solch einen tighten Gig hin, der vom Publikum dementsprechend euphorisch angenommen wurde.
Man machte immer wieder deutlich, wie sehr man die Zeit auf diesem Festival genießen würde und das sah man der Band auch an.

Nach diesem sehr ergreifenden Auftritt, wurde es mit „Lord Of The Lost“ etwas düsterer.
Die Wiederholungstäter (waren bekanntlich 2016 zum ersten Mal beim Festival on Stage) machten aber auch diesmal wieder klar, dass sie alles tun, um ihr Publikum in ihren Bann zu ziehen.
Tolle Bühnenshow, klasse Performance und starke Songs waren auch an diesem Abend wieder das Aushängeschild von Sänger Chris Harms und seiner Truppe.
Man kann sagen was man will, aber „Lord Of The Lost“ bringen einfach einen ganz eigenen Stil in diese Szenerie, was allein dafür schon für Respekt sorgt und gerade auch live machen sie halt schon richtig Spaß.
Von dem her hat es sich dann auch absolut gelohnt, die Band zu verpflichten.

 

Ebenso wie die darauffolgenden Finnen von „Bloodred Hourglass“, auf die ich mich ganz besonders freute.
Ich muss gestehen, dass ich die Band erst seit 2020 kenne, denn eigentlich waren sie schon für den Metalacker 2020 bestätigt.
Um mir ein Bild davon zu machen, kaufte ich damals quasi blind zwei Alben der Band auf Vinyl und war sofort von ihrem Sound begeistert.
Als dann diese ganze Coronakacke aufkam, hoffte ich insgeheim darauf, dass man die Band später noch mal auf dem Festival zu Gesicht bekommen könnte, was dann glücklicherweise auch gelang.
Und ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass sie mit ihrem Auftritt beim Metalacker viele neue Fans dazu gewinnen konnte.
Ihr Sound, den man wohl am ehesten als Melodic Death Metal bezeichnen könnte, kam derart gut an und so blieben auch keine Wünsche offen.
Ich werde die Band auf alle Fälle weiter beobachten, denn die Jungs machen wirklich alles richtig.
Vor allem mit ihrer charmanten, aber auch selbstsicheren Art, denn sie machten anscheinend immer wieder klar, dass sie auf jeden Fall auf diesem Festival spielen wollen.
Na wenn das mal keine Ehre für Crew des Metalackers ist, dann weiß ich auch nicht.

 

Nach diesem extrem guten Gig beendeten „Wolfchant“ den ersten Tag des Festivals.
Muss aber gestehen, dass ich ihren Auftritt nicht wirklich verfolgen konnte, da mich die Band nicht so sehr mitreißt.
Ist aber nur meine eigene Meinung und soll an dieser Stelle wie immer nichts zu bedeuten haben, denn Fans hat die Band genug und so legten sie für eben jene auch einen guten Gig hin.
Für Freunde dieser Musik auf jeden Fall das Richtige.
Nach den letzten Klängen von „Wolfchant“ wurde es Zeit, sich vom ersten Festivaltag zu verabschieden.

 

Mit Traditionen soll man ja bekanntlich nicht brechen und so läutete auch diesmal wieder das „Edelweiß-Echo“ den Frühschoppen am zweiten Tag des Festivals ein.
Nicht wenige folgten dem Ruf und ließen sich Klänge um die Ohren blasen, die zwar so gar nichts mit der Musik innerhalb des Festivalgeländes gemein hatte, aber wie gesagt, es ist eine Tradition und deshalb geht das auch voll in Ordnung.
Leider hatte Petrus eher schlechte Laune und so verpasste er uns kurz vor Öffnung des Geländes einen amtlichen Regenschauer, der in abgeschwächter Form auch noch eine ganze Weile andauern sollte.
Aber das schien den meisten Besuchern nicht wirklich viel auszumachen.
Regenjacke, bzw Poncho, ja sogar Müllbeutel wurden gesichtet übergestreift und schon ging die Party weiter.

 

Den zweiten Tag eröffneten mit „MadEra“ eine Band aus Freiburg, die man nicht mal eben so in eine Schublade stecken konnte.
Zwar erkannte man deutliche Einflüsse aus dem Nu Metal Bereich, doch auch Hardcore, sowie Thrash Elemente konnte man durchaus heraushören.
Gar nicht mal so uninteressant.
Zwar hatten sie durch den Regen nicht den besten Einstand, doch sie nahmen es gelassen und spielten einen sauberen Gig und dafür sollte man auch mal Respekt zollen.
Bekanntermaßen haben die Opener leider oft nicht die beste Situation bei einem Festival, aber die Band hat es gut in den Griff bekommen.

Auf die darauffolgende Band „Scherbentanz“ freute ich mich besonders, da mich ihr aktuelles Album mit dem Titel „Halbes Herz“ wirklich positiv überrascht hat.
Sie jetzt live zu sehen und das auch noch auf dem Metalacker, war schon eine sehr feine Sache.
Mit einem Synthi-Intro ging es dann auch los und schnell wurde klar, dass nicht nur ich voller Vorfreude auf die Truppe war.
Natürlich brauchte man besagtes neues Album in ein richtig gutes Licht, was die Songauswahl anging und man konnte eigentlich nur punkten. 
Es stimmte wirklich alles.
Vom Sound, über das Stage-Acting ging alles super von der Bühne und Neuzugang am Mikro Manuel Zech machte deutlich, dass ihm der Job als Sänger wahrlich mehr als nur Freude bereitet.
Sie kamen meiner Meinung auch verdammt gut beim Publikum an, was mich natürlich noch mehr freut.
So darf es mit der Band gerne weitergehen.

 

Mit „Shark Tank“ aus Nürnberg folgte eine recht junge Band, die es aber verdammt gut verstand, ihren Songs Ausdruck zu verleihen.
Wir sprechen hier von astreinem Hardcore, den die fünf Jungs wahrlich zelebrieren.
Dementsprechend schnell war das Publikum auch bei ihnen, was der Band natürlich richtig anspornte und so uferte das Ganze auch in einen wirklich geilen Gig aus.
Ich war wirklich mehr als überrascht von dieser Kraft, die da von der Bühne geschossen kam.
Respekt!!!

 

Mit der Deutsch/Griechisch/Polnischen Band „Tri State Corner“, die schon einmal den Metalacker beehrten, ging es weiter im Text.
Ihr Bouzouki Rock mit diesem sehr besonderen Instrument konnte damals schon ordentlich punkten und auch diesmal hatten sie sofort das Publikum wieder auf ihrer Seite.
Sänger Vassilos „Lucky“ Maniatopoulus dürften einige auch von seinem Job als Drummer, der Band „Rage“ kennen, die danach folgen sollten.
Aber dazu später mehr.
Das Quartett ließ nichts anbrennen und nutzte die gute Laune des Publikums, um selbiges noch mehr zu begeistern, was ihnen auch ohne Probleme gelang.
Die Anwesenden vor der Bühne, tanzten, sangen und hatte einfach eine ordentliche Portion guter Laune im Gepäck.
Genau so wünscht man sich ein Festival.

 

Danach wurde es Zeit für den ersten Hauptact das zweiten Tages.
„Rage“ waren an der Reihe und somit sah man den Sänger von der vorherigen Band noch einmal.
Diesmal nahm Vassilos Maniatopoulus hinter der Schießbude platz, denn ich denke da fühlt er sich bestimmt genau so wohl, wie hinter dem Mikroständer.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass das als einzig übriggebliebene Ur-Mitglied der Band Peavy, sich eine mehr als zufriedenstellende Band um sich geschart hat und das hört man nicht nur,
Besonders Peavy sieht man das immer wieder an, wie wohl er sich fühlt, mit dieser Band auf der Bühne zu stehen, bzw. mit den Jungs arbeiten zu dürfen.
Das tut der Band einfach unglaublich gut.
Die beiden quasi Neuzugänge (seit 2020 mit im Line-Up) Stefan Weber und Jean Bormann an den Gitarren lassen keinen Zweifel offen, dass man sich richtig entschieden hat und sie an Bord holte und mit einer unfassbar guten Setlist, in der Songs wie „End Of All Days“, „Back In Time“, „Black In Mind“, Straight To Hell“, „From The Cradle To The Grave“, sowie die unverwüstlichen Stücke „Don’t Fear The Winter“ und „Higher Than The Sky“ auftauchten, konnte absolut nichts schiefgehen.
Das Publikum ging wahrlich mehr als steil und ne kleine Randnotiz sei hier noch erwähnt, dass zu diesem Zeitpunkt der Metalacker ausverkauft war.
Ich würde sagen, es war die ultimativ richtige Entscheidung, „Rage“ für den Metalacker 2022 zu engagieren, denn was da abging, war schon ne richtige Hausnummer.

 

Anders ging es mir da bei den folgenden „Sonata Arctica“ die den Slot des zweiten Headliners am Samstag innehatten.
Nicht falsch verstehen, die Jungs aus Finnland sind immer noch eine richtig große Nummer und ihre älteren Alben höre ich mir immer noch gerne an.
Doch mit ihren neueren Scheiben wurde ich nicht mehr in dem Maße warm.
Live sind sie jedoch immer gut gewesen und auch diesmal bin ich der Meinung, dass sie einen super Job gemacht haben, doch irgendwie wollte der Funke nicht so recht überspringen und so beschloss ich mir die Band vom „Berg“ anzuschauen und war etwas überrascht, dass sich die Menschenmenge vor der Bühne doch etwas lichtete.
Scheinbar ging es nicht nur mir so.
Tut mir ehrlich gesagt leid für die Band, denn wie gesagt, hatten sie auch diesmal einen richtig guten Gig auf die Bretter gezaubert.
Aber es gibt halt manchmal die Momente, wo es einfach nicht so richtig zünden will.
Es waren aber trotzdem noch genug vor der Bühne, die Sonata Arctica abgefeiert haben und das ist es ja schlussendlich was zählt.

 

Bevor sich die 2022er Ausgabe des Metalacker Festivals dem Ende zuneigte, wurde es mit „Der Weg einer Freiheit“ wahrlich düster.
Mit ihrem avantgardistisch anmutenden Black Metal machte die Band aus Bayern ordentlich Druck und konnte doch noch ein paar Zuschauer vor der Bühne halten.
Auch wenn es wirklich schon sehr spät war und viele schon den Heimweg angetreten hatten.
Black Metal ist halt schon polarisierend.
Entweder man mag den Sound, oder halt eben nicht.

 

Aber im Endeffekt ist es die Vielschichtigkeit, die den Metalacker immer ausmachte und dies hatten sie sich auch dieses Jahr wieder groß auf die Fahne geschrieben.
Es ist einfach immer wieder erfreulich, wie harmonisch es auf dem Metalacker zugeht.
Man kommt um sowohl Bands mit großen Namen, als auch Newcomern zu lauschen und wird nicht selten positiv überrascht.
Das macht dieses Festival einfach aus.
Ein Festival von Fans für Fans!!!
Ich freue mich schon auf das nächste Metalacker Festival und bedanke mich bei allen Verantwortlichen, die dieses Festival immer wieder zu einem vollen Erfolg werden lassen!

Wir sehen uns 2023 in alter Frische!!!


 




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