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M.A.T. Festival - Tennenbronn, 29.08.-30.08. 2014
Denkt man an den Schwarzwald, so hat man sofort diverse Erholungsziele vor seinem geistigen Auge, die in der Urlaubszeit gerne bereist werden.
Sicherlich kommt einem der Heavy Metal diesbezüglich nicht sofort in den Sinn.
Jedoch wer einmal beim, langsam aber sicher nicht mehr aus der Region wegzudenkenden Metal Acker Open Air in Tennenbronn dabei war, der weiß um die weitere Attraktion in diesem, unseren Black Forest.
Mit ihrer dritten Ausgabe des Events, ließen die Veranstalter auch in diesem Jahr keine Wünsche offen, sodass selbst der Wettergott seine Kutte anzog und relativ stabiles Open Air Wetter sendete.

Der Freitag begann zwar mit eher bedeckter Wolkendecke, doch glücklicherweise hielt sich der Regen größtenteils zurück, was der Stimmung sicherlich positiv gegenüber stand.
So legten dann auch als erste Band des Abends die „Thekenproleten“ los, die mit ihrem Deutsch Rock schon mal für gute Laune sorgten.
Ich konnte zwar dem Gig nicht beiwohnen, da ich bedingt durch meine Arbeit zeitlich etwas ins Hintertreffen gelangte, konnte mir jedoch bei den letzten paar Akkorden der Band von der guten Stimmung im Publikum ein durchaus gutes Bild machen.
Die nächsten auf der Liste, waren mit „Timeless Rage“ eine Band, die ich seit der Veröffentlichung ihrer EP „Forecast“ sehr schätze.
Dieser Silberling hat es mir seinerzeit sehr angetan und auch heute noch lausche ich gerne ihren Songs.
Umso größer war natürlich die Freude, erfahren zu dürfen, dass die Mannschaft des Metal Ackers, diese Band für die diesjährige Ausgabe verpflichtete.
Diese nahmen das Angebot auch gerne an und hatten sichtlich Spaß an diesem Event, was wiederum auf das Publikum abfärbte, die ihren symphonisch angehauchten Power Metal einzusaugen schienen.
Auch ich sah mich nicht enttäuscht von ihrem Set, der an Intensität, seit ich sie vor knapp vier Jahren im Vorprogramm von „Basilisk“  gesehen habe, doch noch einmal merklich zugelegt hatte, obwohl sie damals schon sehr weit vorne waren.
Ich kann nur jedem Fan von geradlinigem Power Metal mit einer ordentlichen, symphonischen Schlagseite, die Band ans Herz legen, denn sie haben es unbedingt verdient, noch bekannter zu werden.
Anders sieht es hingegen bei der nächsten Band des Abends aus.
Diese Jungs noch einer besonderen Vorstellung zu unterziehen, hieße wohl das gleiche, wie Wasser an den Bach zu tragen, denn „Freedom Call“ sind aus der Szene auch nicht mehr wirklich wegzudenken, auch wenn ihr, ich würde mal vorsichtig den Begriff „Happy Metal“ dafür verwenden, nicht jedermanns Geschmack trifft, so halte ich sie doch für eine absolute Bereicherung in der Musikwelt, denn hin und wieder braucht man eben genau diese Abwechslung, um von den ganzen Kriegs –Politik - und Elendsszenarien, denen doch sehr viele Bands verfallen sind, auszubrechen und sich solchen Songs ganz und gar hinzugeben und eine richtig gute Zeit zu erleben.
Das haben „Chris Bay“ und seine Mannschaft einfach drauf und so konnte man sich auch zu Songs, wie „Union Of The Strong“, „Hero Nation“, oder „Warriors“ dementsprechend verausgaben.
Wie immer war ihre Setlist also mit Tracks gespickt, die für gute Laune geradezu prädestiniert sind, weshalb ich auch von einem absolut gelungen Headliner des ersten Abends, des diesjährigen Metal Acker sprechen möchte.
Nachdem die Franken die Bühne verlassen hatten, nahmen diese noch „Meddlstadl“ in Beschlag.
Allerdings kam ihr sogenannter „Volksmetall“ nicht so gut bei mir an, sodass ich mir deshalb auch eine Kritik erspare.
Möchte jedoch anmerken, dass ihnen doch einige folgten und zusammen mit der Band eine gute Zeit hatten.
Somit ist auch belanglos, ob ich etwas mit deren Musik anfangen kann, oder nicht, denn wichtig ist im Endeffekt nur, ob die breite Masse, sprich der Rest des Publikums etwas damit anfangen kann.
Nachdem die letzten Klänge dieser Truppe verklungen waren, endete auch langsam aber sicher der erste Tag und so konnte ich mich seelisch und moralisch auf den zweiten Tag vorbereiten, der es wiederum in sich hatte.

Dieser begann sowohl mit bestem Open Air Wetter, als auch einer für mich sehr positiven Überraschung.
„Victory In Blood“, so der Name der ersten Band des Tages, hatten zwar den Nachteil, eine relativ bescheidene Anzahl an Zuhörer, bzw. Zuschauer zu haben, was die Band jedoch nicht im geringsten zu stören schien und so legten sie einen sehr ordentlichen Set hin.
Sicherlich ist es eine echte Herausforderung, am frühen Abend als erste Band gleich eine amtliche Thrash Metal Kanone abzufeuern, aber meinen Respekt haben die Jungs definitiv, denn ihr Material hat durchaus Potential um auch vor der breiten Masse bestehen zu können, weshalb ich im Falle von „Victory In Blood“ auch von einem gut ausgewählten Opener sprechen möchte.
Auch mit der darauffolgenden Band haben die Veranstalter ihr Gespür für gute Musik bewiesen.
Aus dem südbadischen Raum waren „Aeonblack“ angereist, die mit ihrem, vor Power nur so strotzenden Melodic Metal, die Meute sehr schnell im Griff hatten.
Bisher kannte ich die Band lediglich vom Namen her und war ordentlich überrascht, wie energiegeladen die Truppe zu Werke ging.
Wenn ich diesbezüglich richtig informiert bin, haben sie bisher nur ein Album, von dem sie in dem Falle einiges spielten.
Nach diesem sehr positiv zu verzeichnenden Auftritt werde ich mir jedoch das selbstbetitelte Werk auf den Einkaufszettel schreiben müssen und hoffe zudem sehr, sie in Zukunft noch öfters live erleben zu dürfen.
Nachdem „Aeonblack“ die Bühne verließen, war es Zeit für einen, man könnte schon fast Exoten dazu sagen.
Bisher waren an diesem Wochenende ja nur deutsche Bands auf der Stage des Metal Ackers.
Dies sollte sich jedoch mit der nächsten Band ändern.
Mit „Wisdom“ aus Ungarn, kam eine Gruppe auf die Bühne, die für feinsten Power Metal steht.
Ihre Songs hauen ausnahmslos so dermaßen rein, dass man sich danach die Frage stellen muss, wo denn bitte dieser Bus herkam, von dem man eben gestreift wurde.
Die Band geht mit solch einer Freude und Geradlinigkeit zu Werke, das ich mir immer wieder die Frage stellen muss, warum zum Teufel solch eine starke Band nicht größeren Erfolg genießt.
Was ich den Jungs ebenfalls zugutehalten möchte, ist ihre Bodenständigkeit, mit der sie sowohl auf – als auch hinter der Bühne auftreten.
Ich kann nur jedem Fan des Power Metal mit Finesse diese Band ans Herz legen, denn „Wisdom“ haben den Bogen raus, einen mit ihren Songs zu umgarnen.
Eine sehr gute Verpflichtung, für die man die Jungs und Mädels von diesem Event nur beglückwünschen kann.
Übrigens gilt dieser Glückwunsch auch für die zwei, noch ausstehenden Bands des zweiten Tages.
Zum einen war dies der Hauptact, der mit „Crematory“ mehr als vorzüglich besetzt wurde.
Seit ich die Band Mitte der 90er Jahre zum ersten Mal live gesehen habe, bin ich von ihrem Stil, den man zwischenzeitlich wohl als eine Art Gothic Metal mit elektronischen Einflüssen bezeichnen könnte begeistert.
Waren es seinerzeit noch Hymnen, wie „Tears Of Time“, mit denen sie überall auf sich aufmerksam machen konnten, so fügten sie allmählich ihrem Sound den schon erwähnten Electronic Faktor zu, der dann in Songs, wie „Creed“, oder Tick Tack“ wiederzufinden war.
Auch ihr aktuelles Album „Antiserum“ bedient sich dieses Stils und macht auch diesmal wieder klar, dass die Band noch lange nicht an ihrem Ende angelangt ist.
So konnten sich auch alle Anwesenden des Festivals auf ein sehr gutes Set freuen, den die Pfälzer routiniert vom Stapel ließen.
Unnötig zu erwähnen, dass neben Songs vom neuen Album, wie z.B. „Until The End“ oder „Virus“, oder auch nicht minder großartiger Stücke, der Marke „Sense Of Time“ und „Höllenbrand“, selbstverständlich auch eben erwähntes „Tears Of Time“ zu finden war, welches fast schon frenetisch abgefeiert wurde.
Überhaupt konnte man von einem vollen Erfolg sprechen, denn das Publikum hatte sichtlich Spaß daran, was natürlich wiederum „Crematory“ pushte und sie immer noch einen drauflegten, sodass man am Ende ihres Gig von einem absoluten Killer-Set reden konnte.
Ich bin froh, dass die verantwortlichen des Metal Ackers diese Band verpflichten konnten, denn was in diesen 90 Minuten abging, war schon vom allerfeinsten.
Doch wer nun dachte, nach dem Headliner sei alles vorbei, der sah sich getäuscht, denn es fehlten ja noch die Abräumer der Stunde.
„May The Silence Fail“ hatten die Ehre, dem diesjährigen Metal Acker den Rest zu geben und das taten sie mit solch einer Gewalt, dass mir mal wieder die Luft wegblieb.
Diese Band mausert sich so langsam aber sicher zu einem absoluten Topact in der hiesigen Szene.
Diverse Tourneen u.a. mit „Ektomorf“ haben ihnen sichtlich gut getan und so verfügen sie über ein ordentliches Stage-Acting, was dem Publikum wiederum sehr entgegenkam.
Ferner werden sie Anfang Oktober ihr erstes Full-Length Album, welches „Of Hope And Aspiration“ betitelt sein wird veröffentlichen.
Natürlich ließen sie es sich nicht nehmen, auch Material davon zu präsentieren, die genau wie auch ihre älteren Songs bestens ankam.
Wenn sich „May The Silence Fail“ ihrem Stil treu bleiben und weiter Songs auf solch hohem Niveau veröffentlichen, mache ich mir um diese Truppe keine Sorgen.
Alleine schon die Tatsache, dass hier gleich zwei Sängerinnen gemeinsam am Start sind, ist in der Szene alles andere als alltäglich und dürfte wohl einen weiteren Anreiz dazu sein, sich seine Zeit doch auch mal dieser Band zu widmen, falls einem dieser Bandname noch nie zu Gehör gekommen sein sollte.
Alle die beim Metal Acker dabei waren, konnten sich davon zumindest ein sehr gutes Bild machen.
Welch ein fulminantes Ende für die dritte Auflage dieses Events!

Auch dieses Mal konnten die Verantwortlichen des Metal Acker Festivals zeigen, was in ihnen steckt und haben nicht nur ein sehr stabiles Line-Up präsentiert, sondern bewiesen so ganz nebenbei, dass man auch ein Festival, bzw. Open Air auf die Beine stellen kann, welches auch weiterhin Bestand haben kann und nicht so endet, wie manch andere Freiluftveranstaltungen in Deutschland, die zwar wie Pilze aus dem Boden schießen, doch größtenteils genauso schnell wieder in der Versenkung verschwinden, wie sie aufgetaucht waren.
Ich hoffe zumindest, dass wir noch viele Jahre den Metal Acker besuchen dürfen, um ihn gehörig nach links zu drehen!

Pics by Heiko (PictureMonster)
www.heiko-bendigkeit.de/





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