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Knock Out Festival - Karlsruhe Schwarzwaldhalle, 20.12.2014
Das Knock Out Festival in Karlsruhe entwickelte sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem Anlaufpunkt, um kurz vor Weihnachten noch einmal ordentlich die Kuh fliegen zu lassen.
Hierfür war die Europahalle immer bestens geeignet.
Damit ist nun leider Schluss, denn bei Überprüfungen wurde festgestellt, dass die Halle solchen Events wohl nicht mehr standhalten würde.
Eine andere Austragungsstätte musste also gesucht werden und wurde in der Schwarzwaldhalle, wo übrigens das erste Knock Out Festival stattfand gefunden.

Leider kamen einige negative Faktoren zusammen, dass ich viel zu spät in die Halle kam.
Von einem Weihnachtsmarkt, der die Parkplatzsuche zu einem Lebenswerk werden ließ, über diverse Baustellen in Karlsruhe, bis hin zu dem verfrühten Beginn der ersten Band „Anvil“, die ich sehr gerne gesehen hätte.
Bis ich allerdings in der Halle war und mich einigermaßen akklimatisiert hatte,
waren „Lips“ und seine Jungs schon fast mit ihrem Gig am Ende, sodass ich zu deren Auftritt leider rein gar nichts sagen kann, was meine Stimmung schon mal merklich trübte.

Ähnlich ging es mir auch bei der zweiten Band des Tages „Primal Fear“, die anfangs noch mit einem derart miesen Sound leben mussten, sodass ich schon den Rückzug ins Foyer antreten wollte.
Doch glücklicherweise bekamen sie es dann doch noch in den Griff, sodass sich der Sound stabilisierte, ähnlich wie meine Laune.
Da es ja leider ein kleines Übel der Eintages-Festivals ist, dass die Spielzeiten der einzelnen Bands doch sehr begrenzt ist, hatten auch „Primal Fear“ nicht alle Zeit der Welt.
Jedoch boten sie einen sehr guten Querschnitt durch ihr bisheriges Schaffen.
Somit kamen mit „Final Embrace“ („Jaws Of Death“), “Nuclear Fire” und “Angel In Black” (“Nuclear Fire”), sowie “Chainbreaker” und “Running In The Dust” (“Primal Fear”), als auch “When Death Comes Knocking” (“Delivering The Black”), “Unbreakable Part 2” (“Unbreakable) und natürlich der unverzichtbaren Hymne der Jungs “Metal Is Forever” vom Album „Devil’s Ground“ zum Zug.
Dass mit dieser Setlist eine gute Stimmung vorprogrammiert war, muss ich wohl nicht extra erklären.
Somit konnte ich letztendlich dann doch noch über den üblen Sound zu Beginn des Gigs hinwegsehen und harrte der Dinge (Bands), die da noch kommen sollten.

Weiter ging es mit „Unisonic“, die ja seit geraumer Zeit aus einem nicht unwesentlichen Teil, der einstigen „Helloween“ Konstellation zu „Keeper Of The Seven Keys“ besteht, seit sich „Kai Hansen“ entschlossen hat, sich der Band anzuschließen.
Ob dies nun der Grund ist, warum der Erfolg nicht ausbleibt, oder ob „Unisonic“ einfach nur gute Musik machen, ist jedem selbst überlassen.
Ich persönlich schwelge bei der Band zwischen nostalgischen Gefühlen und der Gewissheit, von den Jungs immer das volle Brett serviert zu bekommen.
So auch diesmal, denn auch sie kamen beim Publikum sehr gut an, was der Spielfreude sicherlich positiv gegenüberstand.
Songs der Marke „For The Kingdom“, „Srarrider“, „King For The Day“ und „Unisonic“ kamen allesamt bestens an und auch der Trip in die Vergangenheit mit „I Want Out“ glückte vortrefflich.
Alles in allem also auch diesmal wieder eine klasse Show, die wie immer Lust auf mehr machte.

Mit den darauffolgenden „Pretty Maids“ betrat eine Band die Bühne, die ich schon seit den 80ern zu meinen absoluten Favoriten zähle.
Besonders live sind sie immer wieder eine absolute Bereicherung.
So auch an diesem Abend.
Jedoch zäumten sie diesmal das Pferd von hinten auf, wenn man sich die Setlist der Jungs ansah.
In den letzten Jahren war es immer so, dass man sich im Zugabenblock auf „Future World“ und „Red, Hot And Heavy“ freuen durfte.
Umso erstaunlicher, dass diesmal genau mit diesen beiden Stücken der Gig eingeläutet wurde, was nicht mich positiv überraschte, denn sofort war eine so dermaßen bombige Stimmung in der Schwarzwaldhalle, dass es für „Pretty Maids“ ein leichtes war, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen.
All Time Classics wie „We Came To Rock“, “Rodeo” und “Yellow Rain” verflochten sie gekonnt mit neuerem Material der Sorte “Mother Of All Lies” und „Little Drops Of Heaven“ und selbstverständlich durfte auch ein „Back To Back“ nicht fehlen.
Mit weihnachtlichen Grüßen in Form von „A Merry Jingle“ beendeten „ronnie Atkins“ und seinen Herren dann einen unglaublich intensiven und energiegeladenen Set, den ich so schnell nicht vergessen werde.

Mit „Gotthard“ folgte danach eine Band, die ich vor nicht allzu langer Zeit noch in Balingen in der Volksbankmesse gesehen hatte, wo sie auf ihrer „Bang“ Tour zusammen mit „Hardcore Superstar“ Halt machten.
Dort hatten sie mich unglaublich positiv überrascht.
Umso mehr erstaunte es mich, dass sie mich diesmal fast schon langweilten.
Keine Ahnung woran dies lag, denn starke Songs haben sie im Überfluss und auch die Band kommen live sehr gut rüber.
Doch irgendwie wollte der Funke an diesem Abend einfach nicht so recht überspringen.
Daran änderten auch Songs, wie „Sister Moon“, „Heaven“, „Lift You Up“ und „Anytime Anywhere“ nicht wirklich viel, obwohl ich die Stücke an sich absolut stark finde.
Aber das ist ja auch nur die Meinung eines einzelnen, denn wenn man sich das Publikum ansah, stand ich mit dieser Einstellung doch eher alleine da.
Von daher würde ich auch mal sagen, dass „Gotthard“ ihre Sache den Fans gegenüber gut gemacht haben und das zählt ja schließlich.

Ähnlich erging es mir auch mit der letzten Band des Abends „Edguy“.
Hatte ich so ebenso wie Gotthard, vor kurzem noch auf ihrer Tour in Kaufbeuren gesehen (ebenfalls in Bestform), so hatte ich auch hier das Gefühl, dass etwas die Luft raus war.
Doch auch hier möchte ich ganz klar darauf hinweisen, dass dies nur meine Meinung ist, denn das Auditorium sah dies völlig anders und feierten Songs, wie „Love Tyger“, „Vain Glory Opera“, „Space Police“, „Land Of The Miracle“, oder auch „Tears Of A Mandrake“ gnadenlos ab und selbst die sprachlichen Ergüsse eines „Tobias Sammet“ nahm das Publikum hin, was ja erfahrungsgemäß wirklich nicht jedermanns Ding ist.
Was kümmert da also meine Sichtweise auf den Gig dieses Abends einer ansich sehr respektablen Band.

Die Veranstalter des Knock Out Festivals haben in Punkto Bandauswahl zumindest ein gutes Händchen bewiesen.
Wenn sie jetzt noch diverse kleinere Problemchen, wie z.B. ein Cateringservice zu finden, der nicht unbedingt 4,50 € für ein schales Bier verlangt in den Griff zu bekommen, dann wäre das natürlich auch sehr hilfreich, denn dies war sicherlich ein großes Ärgernis, wenn man sich dazu mal die Meinung der Menschenmassen in der Schwarzwaldhalle anhörte.
Ansonsten alles im grünen Bereich.
Mal schauen was die nächste Ausgabe dieses Events mit sich bringt!
Man darf gespannt sein.

Pics by Heiko (PictureMonster)
www.heiko-bendigkeit.de/





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