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Knock Out Festival 2011 Europahalle - Karlsruhe, 10.12.11

Das Knock Out Festival genießt schon seit geraumer Zeit einen guten Ruf und auch die neuste Auflage in 2011 konnte wieder mit durchweg guten Bands aufwarten.
Natürlich wieder in einer der besten Locations, die man sich nur wünschen kann.
Die Rede ist selbstverständlich von der Europahalle in Karlsruhe.
Einem tollen Tag mit toller Mucke stand also rein gar nichts im Weg.


Wenn eine Band ein Festival eröffnen muß, kann das mitunter auch schon mal in die Hose gehen, weil entweder noch nichts los ist, oder der Opener einfach unglücklich ausgewählt wurde.
Diesen Schuh brauchten sich "Voodoo Circle", welche die Ehre hatten, das Knock Out Festival zu eröffnen, überhaupt nicht erst anzuziehen, denn selten konnte die erste Band des Tages so dermaßen punkten wie "Mat Sinner" und seine Jungs.
Mit grandios gutem Sound und einer Menge Spaß im Gepäck sorgten sie mit solch eingängigen Songs, wie "Broken Heart Syndrome", "King Of Your Dreams", "Devil's Daughter" und einigen weiteren mehr dafür, daß man diesen Gig nicht so schnell vergessen würde.
Es ist einfach herrlich, wie die Band es versteht, einen mit ihrem Material in eine Zeit zu katapultieren, in der solche Bands wie "Deep Purple" und "Rainbow" das Zepter des Hard Rocks noch fest in der Hand hatten. Ich kann wirklich nur hoffen, daß "Voodoo Circle" noch viele weitere Jahre die Szene erfreuen werden.
Ich würde es den Jungs auf alle Fälle gönnen.

Unter schottischen Klängen schritten nach einer kurzen Umbaupause eine der Aushängeschilder der deutschen Metal-Szene auf das Schlachtfeld, welches sich in diesem Falle Bühne nennt.
"Grave Digger" gaben sich die Ehre und legten mit "Scotland United" den Grundstein für einen mal wieder beeindruckenden Auftritt.Zugegebenermaßen verstehe ich bis heute noch nicht ganz, warum "Chris Boltendahl" und seine Mannen schon an zweiter Stelle in der Band-List des Tages auftauchten und mit 40 Minuten Spielzeit auch nicht gerade reich belohnt wurden, doch das kratzte die "Totengräber" scheinbar nicht im Geringsten, denn in bester Laune wurden nach oben erwähntem Song noch "Hammer Of The Scots", "Ballad Of A Hangman", "The Last Supper", "Excalibur", "Highland Farewell", "Rebellion (The Clans Are Marching)" und "Heavy Metal Breakdown" ins jubelnde Volk geschmettert. Ein kleines Best of Programm, welches erneut bewies, daß man an dieser Band als bekennender Metal-Fan einfach nicht vorbeikommen kann und darf.
Somit war bestätigt, daß auch die zweite Band des Tages ein Volltreffer war.

Etwas unglücklich erwischte es hingegen die nächste Band.
Eigentlich wollten die Finnen von "Stratovarius" mit einem gekonnten Intro die Stage entern.
Leider kam wohl irgend jemand mitten im Ablauf an den Regler, so daß es kurzerhand abgewürgt wurde.
So mußten sie halt dementsprechend ohne großes Trara einsteigen.
Jedoch nicht ohne einem satten Beifall seitens des Publikums.
Leider hatte der Gig, so klasse er auch war, einen sehr faden Beigeschmack, denn es war der letzte Auftritt von Drummer "Jörg Michael", der "Stratovarius" verläßt.Davon abgesehen konnten sie wie schon erwähnt, wieder absolut überzeugen, was nicht zuletzt an Perlen, wie "Hunting High And Low", "Eagleheart", "Speed Of Light", "Under Flaming Skies", "Kiss Of Judas", oder auch "Black Diamond" lag, die das Auditorium begeistert einsogen.
"Timo Kotipelto" und seine Jungs sind meiner Meinung nach durch ihre Mitsing-Nummern einfach eine perfekte Festival-Band, was sie auch an diesem Tag wieder bewiesen.

Eine Band verabschiedet ein Bandmitglied, die nächste begrüßt ein neues.
So wie im Falle der folgenden Band "Dragonforce".
Die Crazy Guys um Gitarrenschredder "Herman Li" stellten nach dem Abgang von Sänger "ZP Theart" ihren neuen Vokalakrobaten "Marc Hudson" einem breiterem Publikum vor, die ihn auch im Großen und Ganzen wohlwollend aufnahmen.
Zu ihrem Gig im Gesamten sei gesagt, daß man ganz im Stile von "Dragonforce" auch diesmal nicht zur Ruhe kam.
Unglaublich wie die Jungs es schaffen, so derart schnell zu spielen und trotzdem noch einprägsame Melodien auf die Menschheit loszulassen.
Und damit man sich auch ein Bild von der bald erscheinenden neuen Scheibe machen konnte, wurden unter die bekannten Kracher "Heroes Of Our Time", "Operation Ground And Pound", "My Spirit Will Go On", "The Last Journey Home" und "Through The Fire And Flames" gleich noch 2 neue Songs, die "Cry Thunder" und "Lost Fallen World" getauft wurden mit reingeschmuggelt.
Unnötig zu erwähnen, daß auch diese beiden Tracks ordentlich ankamen und so konnte man auch diesen Gig als gelungen abhaken.

Wenn man im Duden unter "Geniale Live-Band" schaut, müßte dort eigentlich ein Bild von "Saxon" zu finden sein.
Diese These untermauerten sie auch an diesem Tag wieder eindrucksvoll.
Auch nach dem was weiß ich, wievielten Male meiner Anwesenheit an einem ihrer zahllosen Konzerte, bin ich nach wie vor überwältigt von ihren Aktivitäten auf der Bühne.
Vor der Setlist, in der sowohl unverzichtbare Klassiker, wie "Heavy Metal Thunder", "Never Surrender", "Motorcycle Man", "Solid Ball Of Rock", "To Hell And Back Again", "Rock The Nations", "Denim And Leather", "Power And The Glory", "Wheels Of Steel" und "Princess Of The Night", sowie auch aktuellere Songs der Marke "Hammer Of The Gods", "Call To Arms", oder auch "Demon Sweeney Todd" auftauchten, konnte man wie so oft nur ehrwürdig sein Haupt senken.
Ich wage zu behaupten, daß "Biff" und seine Jungs es wohl nie schaffen werden, einen schlechten Gig zu spielen, denn mit solchen Songs am Start ist eine granatenstarke Metal-Party sowas von vorprogrammiert, daß wohl eher die Hölle zu einem Skigebiet werden würde, bevor "Saxon" ihre Power verlieren.
Absolut überzeugend wie immer!

Den Abschluß dieses superben Festivals bildeten mit "Blind Guardian" eine weitere deutsche Band der Extraklasse.
Die Fantasy-Metaller aus Krefeld haben auch nach Jahren nichts von ihrem Erfolg eingebüßt.
Zurecht wie dieser Gig bewies.
Bekanntermaßen erscheint ihr erstes Best Of Album im Frühjahr 2012 und folgerichtig sah es doch sehr stark danach aus, die Setlist dahingehend zu bearbeiten, so daß zwischen altbekannten Songs, wie "Welcome To Dying", "Nightfall", "Time Stands Still (At The Iron Hill)", "Valhalla", "Imaginations From The Other Side" und "Mirror Mirror" auch länger nicht mehr gespielte Classics, wie "Majesty", "Bright Eyes" und "Lord Of The Rings" endlich mal wieder ihren Weg ins wartende Auditorium fanden.
Passend dazu wurden natürlich auch Songs, neueren Datums, wie "Sacred Worlds", "Turn The Page", "Ride Into Obsession" und "Tanelorn (Into The Void)" mit untergebracht.
Doch das überraschendste der Setlist war wohl, daß nicht nur das unverzichtbare "The Bard's Song - In The Forrest", sondern auch "The Bard's Song - The Hobbit" gespielt wurde.
Man sieht also, daß ich mit meiner Vermutung, daß die Setlist Lust auf das Best Of Album machen soll, gar nicht mal so falsch liege.
Zusammen mit einem tollen Bühnenbild und gutem Sound, konnten "Blind Guardian" somit ihren Status des Headliners, dieses Festivals vollkommen gerecht werden und zeigten, wie wichtig diese Band noch immer für die Szene ist und hoffentlich noch lange bleibt.

Auch diesmal haben die Macher des Knock Out Festivals wieder ein geschicktes Händchen bewiesen, was die Auswahl der angetretenen Bands anging und auch vom Organisatorischen, wie z.B. mehr Getränkestände und kürzere Wartezeiten beim Einlaß in die Halle.
Ich freue mich jetzt schon auf eine weitere Runde des Knock Out Festivals mit hoffentlich wieder so starken Bands wie es diesmal wieder der Fall war.

Pics by Heiko (PictureMonster)


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