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Festival-Berichte

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ELB-RIOT 2016

ELBRIOT 2016ELB-RIOT 2016
Hamburg Großmarkt, 19. bis 20.08.2016

 

Eigentlich wollten wir rein zum Privatvergnügen zum Elb-Riot 2016 nach Hamburg. Also ohne große Kamera usw. Irgendwie können wir aber dann doch nicht aus unserer Haut und waren zumindest bei den Auftritten von CARCASS und SLAYER ganz vorne in der ersten Reihe an der Abschrankung. Und wie geil ist das? Seit 1995 beim Monster Of Rock in Castle Donington habe ich SLAYER nicht mehr so nah erleben können.

 

Das Festivalgelände direkt an der Großmarkthalle ist genial. Eine leichte Neigung Richtung Bühne, genügend Fress- und Bierstände, Dixies und sogar Sitzgelegenheiten in Form von Biergarnituren im hinteren Teil der Fressmeile (sofern man denn einen freien Platz erwischt). Vor allem die Getränkestände unweit der Bühne sind super! Die Festivalgröße ist fast noch familiär, auf jeden Fall nicht zu groß. Am Freitag mussten wir feststellen, dass der Weg vom Eingang einen Fußmarsch um das Gelände herum erfordert. Regelmäßige Wacken-Gänger sind so etwas vermutlich gewohnt. Wir eher nicht, weshalb wir auch die ersten Töne von TESTAMENT nicht mitbekamen. Die kalifornischen Herren um Chuck Billy und Alex Skolnick kamen gut an und spielten auch den einen oder anderen Klassiker wie z.B. "Practice What You Preach" und "Into The Pit". Nach diesem Thrash-Feuerwerk dauerte es nicht lange, bis die Spaßfraktion von STEEL PANTHER die Bühne übernahm.

 

Bassist Lexxi Foxx hatte Cracass01 sich extra neue Beinkleider in hautengem, reflektierendem Silber besorgt. Und auch das sonstige Bühnenoutfit war wieder mal sehr extravagant. Satchel erklärte, dass die Jungs es währen des TESTAMENT-Auftritts hinter der Bühne mit deren Freundinnen getrieben hätten und dass man doch lieber Frauen und Freundinnen nicht auf ein Festival wie das Elb-Riot bringen sollte. Denn spätestens bei "17 Girls in A Row" standen eine Menge Mädels auf der Bühne, von denen es die eine oder andere auch nicht lassen konnte, ihre Oberweite zu präsentieren. Erstaunlich, wie das bei STEEL PANTHER jedes Mal klappt.

 

Gespannt waren wir auf POWERWOLF, da wir die bislang weder gesehen, noch gehört hatten. Und naja, Kirchenorgeln und christliche Choräle kann ich mir auch Sonntag früh im Original reinziehen. Sicherlich machen die Jungs ihre Sache gut und haben ihre musikalische Nische gefunden. Meins ist das aber keinesfalls. Mehr als gute Melodieansätze und einen bewegungsfreudigen Keyboarder kann ich da leider nicht entdecken. In meinen Augen ein ziemlicher Hype. Dieser wird natürlich vom Headliner SABATON getoppt. Für mich vermischen sich da die Grenzen zwischen Marsch- Bierzelt- und Volksmusik und haben mit Metal nicht wirklich viel zu tun. Music For The Masses, wo jeder noch so Besoffene mitgrölen kann, muss nicht sein.


Slayer01Irgendwie klappt es bei Festivals nie, alle Bands zu sehen. NASTY, FEAR FACTORY und AT THE GATES mussten deshalb auf uns verzichten. Nicht verpassen wollten wir PARADISE LOST. Die Setlist beinhaltete u.a. "Eternal", "Ember's Fire" und "Pity The Sadness". Eine wahre Freude möchte man denken. Leider ließ die Präsentation etwas zu wünschen übrig. Mit voller Power kamen ASKING ALEXANDRIA daher. Die Band schaffte es noch mehr "fucks" als STEEL PANTHER in die Ansagen und Songs einzubauen und hatte wohl auch die meisten Samples und Playbacks. Ohnehin kam bei einigen der Elb-Riot Bands viel vom Band.

 

CARCASS… muss man dazu etwas sagen? Waren die Briten früher doch regelmäßig bei MTVs Headbanger's Ball vertreten und lieferten die Intro-Musik zu VIVAs Metalla-Sendung. Bill Steer, Jeff Walker und ihre beiden Kollegen absolvierten einen geilen Auftritt, der mit "Corporeal Jigsore Quandary" und "Heartwork" endete. Und wir in der vordersten Reihe, perfekt! Filmemacher Sam Dunn's Lieblingsband MASTODON haute uns im Anschluss nicht vom Hocker. Zu konfus die Songstrukturen und zu banal die Melodieführung. Also erstmal was essen, trinken und eventuell die Blase entleeren, um pünktlich zum ersten Ton von SLAYER wieder vorne zu stehen und die Haare zu schütteln.

 

Slayer03

Was für eine Macht! Tom Araya, Kerry King, Gary Holt und Paul Bostaph. Dazu eine Setlist u.a. mit "Hell Awaits", "Dead Skin Mask", "War Ensemble", "South Of Heaven", "Reign In Blood", "Black Magic", "Seasons In The Abyss" und "Angel Of Death". Was will man mehr? Gary Holt weiß zu überzeugen und Paul Bostaph haut rein wie das Duracell-Häschen. Gut finde ich, dass keiner der beiden seinen Vorgänger imitiert, sondern jeweils sein eigenes Ding durchzieht. So klingt es zwar nicht mehr ganz so melodiös an der Gitarre und die Jazz-Einflüsse am Schlagzeug fehlen komplett, doch die geballte Power macht das wieder wett.


Slayer02Bleibt nur noch, die gesamte Organisation des Festivals positiv zu erwähnen. Top-Security, Ton- und Lichttechnik, Wasser, genügend Toiletten und schmackhaftes Essen mit Auswahl vom Fleischspieß bis zum veganen Wrap, Getränke usw. SLAYER waren ein würdiger Ersatz für die durch Lemmy Kilmisters Tod ausgefallenen MOTÖRHEAD. Wir kommen 2017 bestimmt wieder.

 

 

Bericht von DANU (dem Schattenmann)
(Handy-)Fotos von BIANCA (der Schattenfrau)




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