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Festival-Berichte

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Bang Your Head!!! Festival + Warm Up Show - Balingen Messegelände, 13.07.- 16.07.2016

Nachdem im vergangenen Jahr das BYH Festival im Zuge seines zwanzigsten Jubiläums auf 3 Tage angewachsen war, beließ man es kurzerhand dabei, sodass sich die Fans und Freunde des Events in Balingen auch in diesem Jahr auf noch mehr großartige Bands freuen durften.


Wie jedes Jahr wurde auch diesmal wieder im Zuge des Bang Your Head Festivals einen Tag zuvor die Warm Up Show veranstaltet, die erneut viele Besucher anzog.
Mit NITROGODS, PRO-PAIN, RAGE, OVERKILL, sowie den abschließenden SODOM war ein zugkräftiges Paket geschnürt worden, welches fast durchweg aufhorchen ließ.


Den Anfang machten NITROGODS, die mit ihrem Vollgas Rock’n’Roll das Publikum wie immer schnellstens im Griff hatten.
Da sie im letzten Jahr leider kurzfristig ihren dort schon eingeplanten Gig bei der Warm Up Show krankheitsbedingt absagen mussten, gaben sie diesmal dafür umso mehr Druck auf die Kessel und bewiesen mit Songs der Marke „Rats And Rumors“, „Gasoline“, oder auch (was mich besonders freute) „Take It To The Highway“ von der sträflichst vergessenen Truppe THUNDERHEAD, die in den 90ern einige amtliche Scheiben auf den Markt brachten.
Kenner dürften wissen, das NITROGODS Gitarrist Henny Wolter einst die Klampfe für THUNDERHEAD geschwungen hatte und dass die Band gerade im Live-Sektor die Nase ganz weit vorne hat.
Ich freu mich immer wieder, die Jungs auf der Bühne zu sehen, denn mit ihnen bekommt das Wort „Party“ eine völlig neue Bedeutung.

Auch die nächste Band PRO-PAIN wussten die Massen zu beglücken.
Mit ihrem Hardcore, mit dem man sofort Bezirke wie z.B. Brooklyn, Queens, oder der Bronx und seine dort immer wieder aufkeimenden Bandenkriege, sowie der raue Ton auf deren Straßen in Verbindung bringt, legten sie wahrlich ein Brett nach dem anderen hin und das mit solch einem klaren Sound, dass ich mir nicht nur einmal verwundert die Augen rieb.
Unglaublich wie präzise die Jungs da auf der Bühne agierten.
Man merkt es ihnen einfach an, dass sie schon sehr lange in der Szene mitmischen und das schlägt sich einfach auf den Sound nieder.
Egal welche Alben man sich von ihnen reinzieht, ständig wird man daran erinnert wie cool diese Band agiert.
Für mich persönlich ein kleiner Highlight auf dem Festival.

Auch die nächste Band braucht man wahrlich nicht mehr vorzustellen.
Auch wenn sich das Line-Up mal wieder geändert hat.
RAGE sind einfach eine feste Größe und das nicht nur im nationalen Sektor.
Mit den neuen Mitgliedern im Boot, ließ es Basser/Vocals Peavy mal wieder richtig krachen.
Ihr neues Album „The Devil Strikes Again“ belegt noch einmal deutlich, dass es zurück zu den Wurzeln von RAGE geht, als man sich noch auf die reine und kompromisslose Härte besann.
Dies belegen Songs wie z.B. der Titelsong, sowie auch „My Way“ und mein Lieblingssong auf dem neuen Album „Spirits Of The Night“, welche übrigens alle drei im Live-Set an diesem Abend auftauchten.
Gemischt wurde die mit Klassikern wie „Days Of December“, „Don’t Fear The Winter“ und „Higher Than The Sky“ und fertig war der Soundtrack zur ultimativen Metal Party.
Es freut mich wirklich zu sehen, mit wie viel Eifer und Tatendrang die erneuerten RAGE an die Sache gehen.
Solchermaßen kann man auch weiterhin mit Peavy und seinen Jungs rechnen.

Auf die darauf folgenden OVERKILL hatte ich mich eigentlich besonders gefreut, da sie normalerweise immer ein Garant für eine gute Show sind.
Leider blieb der Sound dieses Mal so dermaßen auf der Strecke.
Anfangs dachte ich noch, ok…vielleicht hab ich ja nen Hörfehler, doch als ich immer mehr lange Gesichter sah, konnte ich mir sicher sein, dass ich nicht der einzigste war, der dies so sah.
Von der Setlist war sicherlich wieder alles im grünen Bereich, denn mit Granaten wie „Rotten To The Core“, „Hello From The Gutter“, „Feel The Fire“, „Overkill“, „Ironbound“ und „Fuck You“, konnte man ja nicht klagen, doch wenn wie gesagt der Sound eben nicht passt, bringt mir das persönlich auch nicht sehr viel.
Sehr schade!

Den Abschluss der Warm Up Show bildeten mit SODOM eine der Thrash Urgesteine schlechthin.
Auch sie trumpften mit einer gut sortierten Setlist auf, in der solche Hämmer wie „In War And Pieces“, „Sodomy And Lust“, „Outbreak Of Evil“, „Nuclear Winter“, „Agent Orange“, „Blasphemer“ und „Ausgebombt“ nicht fehlten und selbst die MOTÖRHEAD Coverversion von „Iron Fist“ erblickte einmal das Licht der Welt.
Ein großartiger Act um diesen Abend zu beenden.
SODOM sind einfach eine Klasse für sich!


Den ersten Tag des eigentlichen BYH Festivals eröffneten mit STALLION eine aufstrebende Band aus Good Old Germany, die vom Fleck weg für gute Stimmung sorgte.
2014 hatte ich sowohl auf dem Keep It True Festival, als auch beim Metal Assault die Gelegenheit, mich vom Können der Jungs zu überzeugen.
Im NWOBHM verwurzelt, knallte ihr Material auch diesmal wieder ordentlich, sodass man von einem mehr als amtlichen Opener reden kann.
Danach ginge es mit LEATHERWOLF und BABYLON.A.D. zurück in die 80er.
Denn in diesem Jahrzehnt tauchten beide Bands auf.
Schön zu sehen, dass sie auch heute noch zu überzeugen wissen und ich ihre Songs, die ich damals schon in meinen Playlists hatte, auch in der heutigen Zeit noch einmal live hören und vor allem sehen darf.
Nach dem Ausflug in die Vergangenheit kam mit BATTLE BEAST eine Band, die zwar nicht mal annähernd so viele Jahre auf dem Buckel haben, sie aber trotzdem wissen wie man das Publikum auf ihre Seite ziehen kann.
Mit starken Songs ala „Let It Roar“, „I Want The World…“, “Into The Heart Of Danger”, “Black Ninja”, “Enter The Metal World” und “Out Of Control” bewiesen sie einmal mehr, dass sie genau wissen was sie wollen.
Genauso wie auch die folgende Band.
THE DEAD DAISIES kamen, rockten und gewannen auf ganzer Linie.
Diejenigen die sie schon kannten, feierten diese All-Star Band fürstlich ab und die, welche diese begnadete Truppe bisher noch nicht auf dem Schirm hatten, bekamen spätestens jetzt ein breites Grinsen ins Gesicht und dachten schon an ihren nächsten CD Einkauf.
Was Doug Aldridge, Marco Mendoza, John Corabi, Brian Tichy und David Lowy da auf der Bühne abzogen war kurz gesagt oberste Güteklasse.
Hoffentlich hat diese Band in Zukunft noch weiter Bestand, denn zusammen passen tun die Jungs einfach perfekt.
Bei der nächsten Band, die die Bühne des BYH enterten, scheiden sich die Geister.
Während die Einen beinahe Ohrensausen bekommen, können die Anderen (wozu ich mich durchaus dazu zähle) von DRAGONFORCE gar nicht genug bekommen.
Nicht jeder kommt mit den torpedoschnellen Solis zurecht, doch selbst jemand, der nichts mit der Musik anfangen kann, sollte sich zumindest eingestehen, dass jeder in der Band sein Instrument makellos beherrscht.
Ich hatte auf jeden Fall mal wieder meinen Spaß mit dem Material, welches sie in Balingen spielten.
Im Anschluss wurde mit CANDLEMASS der Doom Metal zelebriert.
Zwar hat sich in all den Jahren, seit sie zum letzten Mal beim BYH zu Gast waren, personell einiges geändert, doch mit Mats Leven haben sie einen sehr guten Sänger in ihren Reihen, der einen beachtlichen Werdegang vorzuweisen hat.
Geboten wurde quasi ein Best of Programm, in dem Stücke wie „Mirror Mirror“, „Emperor Of The Void“, oder „Solitude“ nicht fehlen durften.
Eine wahrlich beeindruckende Show, die sie abgeliefert haben!
Nach den düsteren und schwerfälligen Songs von CANDLEMASS wurde es auf der Hauptbühne mit CARCASS extrem heftig.
Zu dieser Truppe kann ich jedoch nichts sagen, da ich sie schlicht und ergreifend nicht sah, da mich mein Weg eiligst in die Halle führte, wo VOODOO X einen unglaublichen Gig hinlegten.
In den 80ern hatten Jean Beauvoir und seine Mannschaft mit „The Awakening Vol.1“ ein Album auf den Markt gebracht, welches auch heute noch Maßstäbe im Melodic Rock setzt.
Für mich war es keine Frage, dass ich für diesen Auftritt alles andere sausen lassen musste.
Solchermaßen durfte sich das Publikum in der Halle auf Granaten wie „Voodoo Queen“, „I’m On Fire“ und „The Awakening“ freuen, die so dermaßen stark rüberkamen, dass man fast nicht glauben konnte, dass das Material schon fast drei Jahrzehnte auf dem Buckel hat.
Für mich gehören VOODOO X mit ihrem Gig definitiv zu den Gewinnern des diesjährigen BYH.
Ebenso wie die darauffolgenden DARE, die ebenfalls in der Halle spielten und für dich es gerne verschmerzte, einen großen Teil des Headliners SLAYER auf der Hauptbühne Zeugenberichten zufolge einen starken Auftritt hatten zu verpassen.
Darren Wharton, jener Keyboarder von THIN LIZZY bewies auch mit seiner eigenen Band, die ihre Wurzeln übrigens auch in den 80ern hat, sein Gespür für einfühlsame Songs, die zwar allesamt im Melodic Rock verwurzelt sind, jedoch mit so einer sanften Härte daherkommen, dass man sich nur freudig wundern konnte.
Und wenn mit „Abandon“ und „Into The Fire“ meine absoluten Lieblingsstücke der Band live in Balingen präsentiert wird wie es an diesem Abend der Fall war, dann ist es ja wohl leicht nachzuvollziehen, dass ich auf Wolke 7 schwebte.
Dass ich mich danach nicht mehr wirklich gut auf den Rest vom SLAYER Gig konzentrieren konnte, kann vielleicht der Eine. Oder andere verstehen.
Nach dem Headliner hatten EQUILIBRIUM und EKTOMORF noch das Vergnügen, einige jener, die noch immer nicht gesättigt vom Tagesprogramm waren, mit ihrem Material zu verwöhnen, bevor dann wirklich der erste Tag sein Ende fand.


Auch der zweite Tag began mit einer jungen Band, die sich aufmacht, ganz groß zu werden.
Das Zeug dazu haben NIGHT DEMON allemal.
Das sah auch das anwesende Publikum und konnte sich so schon mal auf einen sehr energiegeladenen Tag freuen.
Auch die folgenden FREEDOM CALL hatten nicht sonderlich schweres Spiel, um die Meute mit Songs ala „Tears Of Babylon“, „Freedom Call“ und „Warriors“ sofort auf ihre Seite zu ziehen und auch die Live Premiere ihres neuen Titels „Hammer Of The Gods“ wurde mehr als wohlwollend aufgenommen.
Der Tag nahm indes immer mehr Fahrt auf.
Im Anschluss an die Jungs aus Franken, gaben sich MANILLA ROAD die Ehre bewiesen mit ihrem Material, dass sie auch heute noch ganz vorne mitspielen.
Nachdem MANILLA ROAD unter großem Beifall die Bühne verliesen, wurde mir klar, dass ich den Rest des Tages wohl nur noch vor der Hauptbühne verbringen würde, denn die nun folgenden Bands waren schlichtweg unschlagbar.
Den Anfang des Rundumschlages machten IMPELLITTERI, die sowohl mit ihrem Flitzefinger und Namensgeber Chris Impellitteri an der Gitarre, als auch der Frontröhre und Tausendsassa Rob Rock mehr als nur aufhorchen ließen.
Mit einem gut sortierten Programm, in dem Stücke wie „Speed Demon“, „Time Machine“, „Lost In The Rain“ und „Wicked Maiden“ natürlich nicht fehlen durften, war wohl jedem sehr schnell bewusst, dass hier absolut gestandene Musiker zugange waren.
Auch die folgenden SACRED REICH hatten alle Trümpfe in der Hand und spulten mal eben einen Set runter, den wohl keiner so schnell vergessen dürfte, der die Band mag.
So konnte man zu Granaten der Marke „The American Way“, „Surf Nicaragua“ und „Independent“ ordentlich abschädeln.
Und auch wenn Sänger/Bassist Phil Rind bei einem Song kurz den Text vergessen zu haben schien, hatte es noch genug Charme um so manchem ein Schmunzeln abzuringen.
Für mich sind SACRED REICH gerade live immer wieder eine Bereicherung für jedes Festival.
Und schon ging es mit dem nächsten Hammer weiter!
METAL CHURCH waren an der Reihe und ließen von Beginn an absolut nichts anbrennen.
Auch ihr zurückgekehrter Sänger Mike Howe, den man noch von Alben wie „The Human Factor“ und „Hanging In The Balance“ kennen dürfte, wusste noch immer, dass die deutschen Fans wie eine Festung hinter ihm stehen würde.
Man sollte sich folgende Setlist diesbezüglich einfach mal auf der Zunge zergehen lassen: „Fake Healer“, „In Mourning“, „Start The Fire“, „Gods Of Second Chance“, „Date With Poverty“, „No Tomorrow“, „Watch The Children Pray“, „Killing Your Time“, „Beyond The Black“, “Badlands”, “Human Factor”.
Zu viel versprochen?!
Man könnte fast meinen, sie erleben gerade ihren zweiten Frühling, obwohl sie nie weg vom Fenster waren und in der Vergangenheit eigentlich durchweg gute Alben vorweisen konnten, doch in dieser Besetzung haben sie wahrlich das Zeug, noch einmal ganz groß rauszukommen.
Und es ging weiter Schlag auf Schlag, denn mit ANNIHILATOR stand schon der nächste Wirbelwind auf der Liste.
Jeff Waters und seine Jungs brannten ein Feuerwerk an geilen Songs ab, die das Publikum jubelnd entgegennahm.
Selbstverständlich durften dabei Meilensteine wie „King Of The Kill“, „WTYD“ und „Alison Hell“ nicht fehlen.
Die Spielfreude der Jungs war unbestritten und Gitarrist/Sänger Jeff Waters ist meiner bescheidenen Meinung nach sowieso über jeden Zweifel erhaben.
Ich habe ihn schon oft live erleben dürfen und bewundere immer wieder wie er frech grinsend und belustigt durch die Gegend prescht.
Immer mit seiner Gitarre am Anschlag.
Doch wer nun dachte, es könnte nun auch mal wieder ne Band kommen, bei der man sich vielleicht bei einem Bierchen kurz zurücklehnen könnte, der sah sich leider getäuscht, denn mit TESTAMENT kam eine Truppe auf die Bühne des BYH, die so unglaublich viel Power und Drive in sich birgt, dass zumindest mir jedes Mal schwindelig wird.
Alleine schon die Ausstrahlung eines Chuck Billy lässt einem vor Ehrfurcht erstarren und wenn er dann loslegt, gibt es eigentlich kein Halten mehr.
Dies konnte man auch im Publikum feststellen und je mehr die Band aufdrehte, umso mehr kamen die Anwesenden in Fahrt, sodass Songs wie „Over The Wall“, „More Than Meets The Eye“, „Practice What You Preach“,“The New Order“, „Dark Roots Of Earth“, „Into The Pit“ und „Disciples Of The Watch“ so ziemlich alles niedermetzelten was sich gerade vor der Bühne befand.
Absolute Vollbedienung war hier angesagt!
Alex Skolnick überzeugte mal wieder mit seinem Gitarrenspiel, während der Rest der Band ihm in nichts nachstand.
So kenne ich TESTAMENT und genau so liebe ich sie.
Immer voll auf die Fresse und dabei doch so unsagbar starke Melodien in ihren Songs.
Deswegen ist auch jedes ihrer Alben essentiell für jeden Metal Maniac…basta.
Nachdem man so langsam verdaut hatte was da die letzten Stunden auf der Bühne so abgegangen war, wurde es nun Zeit, den Headliner des zweiten Tages zu begrüßen und der war mit TWISTED SISTER wahrlich gut gewählt, denn Dee Snider und seine Mannschaft bewiesen auf ihrer „letzten Tour“, dass sie noch einmal jeden einzelnen Fan bis ins Herz erweichen wollten.
Dies schafften sie mit Stücken der Marke „The Kids Are Back“, „Burn In Hell“, „Destroyer“, „The Fire Still Burns“, „I Wanna Rock“, „We’re Not Gonna Take It“, “Come Out And Play”, “Under The Blade” und “S.M.F.” indes ohne wirklich große Probleme.
Und auch Mike Portnoy (ex-DREAM THEATER) an den Drums, der ja bekanntlich den leider viel zu früh verstorbenen A.J. Pero auf dieser Farewell Tour ersetzt, ehrte diesen wahrlich mit seinem Können hinter der Schießbude.
Eine absolut ergreifende Show, die einmal mehr bewies, dass TWISTED SISTER zu Recht zu den größten Acts der Metal Szene gehört und das wird sich auch nach deren Auflösung nicht ändern.
Ich bin zumindest sehr froh, sie noch einmal erlebt haben zu dürfen und mit dieser Meinung stehe ich sicherlich nicht alleine da.
Da ich den ganzen Tag quasi vor der Hauptbühne verbrachte, entgingen mir leider Gottes TIGERTAILZ, NAZARETH und GRAVE, die währenddessen in der Halle spielten und sicherlich ihre Fans beeindruckten.
Nachdem TWISTED SISTER sich verabschiedeten, läuteten die NWOBHM Legende SATAN, sowie KILLCODE in der Halle das Ende des zweiten Tages ein.
Und auch Tag 3 hatte so einige Überraschungen anzubieten!


Die erste Band des Tages war mit BLACK TRIP eine Band aus Schweden, die in ihren 45 Minuten Spielzeit versuchten, das Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen, bevor die folgenden GIRLSCHOOL zeigten wie Frauenpower auszusehen hat.
Sie haben auch heute noch mindestens genauso viel Dampf in ihren Knochen wie in den 80er Jahren, als sie mit Alben wie „Demolition“, „Play Dirty“, oder „Nightmare At Maple Cross“ wichtige Erfolge feierten und so in den Köpfen der Fans hängen geblieben sind.
Mit ihren Veröffentlichungen im Rücken konnte sie ein stabiles Best Of Programm auf die Beine stellen und sorgten so dafür, dass die Fans reichlich was fürs Geld geboten bekamen.
Die nächsten auf dem Spielplan waren mit DELAIN eine Band aus Holland, die man mit Fug und Recht als eine der aufsteigenden Acts der letzten Zeit betiteln dürfte.
Ob sie nun mit Bands wie NIGHTWISH, oder WITHIN TEMPTATION unterwegs waren, oder als Headliner, sie ließen nie etwas anbrennen und gaben immer alles auf der Bühne.
So wie auch an diesem Tag.
Ein gelungener Einstieg mit “Suckerpunch” von ihrer letzten EP “Lunar Prelude” war ihnen auf jeden Fall sicher und auch weitere Songs wie z.B. „Get The Devil Out Of Me“, „Her Comes The Vultures“, „We Are The Others“ und „The Gathering“ stellten glaubhaft dar, dass sich DELAIN für ihren Erfolg wahrlich den Allerwertesten aufreißen.
Somit gönne ich es der Band auch, dass sie momentan auf sicherem Erfolgskurs dahinsegeln.
Nach DELAIN‘s Symphonic Metal wurde es jedoch mal wieder Zeit die Thrashkeule auszupacken.
Den passenden Soundtrack hierfür boten TANKARD, die wie immer auf offene Ohren stießen.
Wer hat nicht schon zu Stücken wie „Zombie Attack“, „The Morning After“, „Chemical Invasion“, oder „Empty Tankard“ so einige Biere gezischt und sich des Lebens gefreut.
Auch live machen Gerre und seine Jungs immer wieder Spaß und hauen ein Pfund nach dem anderen raus und auch die darauffolgenden GREAT WHITE hatten durchaus ihre Anhänger im Publikum, denn während ihres Gigs im Anschluss an TANKARD war die Stimmung vor der Bühne bestens und so konnten auch sie nach ihrer einstündigen Spielzeit mehr als zufrieden von der Hauptbühne des BYH klettern.
Danach wurde der Teutonen Stahl in Form von GRAVE DIGGER ausgepackt, die mit Tracks wie „Headbanging Man“, „The Dark Of The Sun“, „Season Of The Witch“, „Excalubur“, „Rebellion (The Clans Are Marching)“ und „Heavy Metal Breakdown“ Um die Ecke kamen.
Ich brauche sicherlich nicht extra zu betonen, dass die Truppe die Fans absolut auf ihrer Seite hatten und ihnen quasi aus der Hand gefressen wurde.
Auch auf die im Anschluss auf der Liste stehenden URIAH HEEP freute ich mich eigentlich sehr.
Musste nach ihrem Gig jedoch zugeben, dass sie mir beim Rock Of Ages im vergangenen Jahr doch um einiges mehr überzeugten.
Keine Ahnung woran es letztendlich lag, jedoch blieben meine Erwartung doch etwas hinter dem tatsächlich vollbrachten.
Das ist aber natürlich nur meine Einschätzung, denn so wie das Publikum mitmachte, waren doch sehr viele dabei, die das wohl anders sahen wie ich.
Während URIAH HEEP auf der Hauptbühne ihren Set spielten, begann in der Halle das abendliche Programm mit TYKETTO, die ich leider verpasste.
Von bestimmten Quellen war jedoch zu hören, dass sie auch diesmal wieder eine formidable Show abzogen.
Das kann ich mir bei den Jungs auch sehr gut vorstellen, denn ich muss mir nur mal ihren Auftritt als Opener des letztjährigen Rock Of Ages ins Gedächtnis rufen, wo sie mich wieder einmal völlig von den Socken gehauen haben.
Auch die nächste Band in der Halle, die beinahe zeitgleich mit DIRKSCHNEIDER, der auf der Hauptbühne mit seinen ACCEPT Classics die Massen beeindruckte, sind live immer eine Macht und so verzichtete ich auch gerne auf den Herren im Kampfanzug und ging stattdessen in die Halle zu THRESHOLD.
Sänger Damien Wilson war wie immer mehr im Publikum, als auf der Bühne unterwegs, was ihn einfach unglaublich charmant und vor allem authentisch rüberkommen lässt.
Die Setlist war auch bei ihnen nicht von schlechten Eltern:
„Slipstream“, „Turned to Dust“, „The Art of Reason“, „Long Way Home“, „Mission Profile“, „Pilot in the Sky of Dreams“, “Watchtower on the Moon” und “Ashes“ wurden ins Publikum geschossen, die es frenetisch entgegennahmen.
Es ist immer wieder ein Vergnügen, jedem einzelnen in der Band zuzuschauen wie er die Songs auf ein extremes Level bringt.
Nach diesem Ausflug in den Prog-Bereich der harten Klänge, führte mich nun mein Weg wieder zur Hauptbühne, wo sich der dritte und letzte Headliner des diesjährigen BYH bereitmachte, die Anwesenden zu beehren.
Niemand geringerer als ICED EARTH kamen extra für uns hier in Balingen aus ihrem Studio, wo sie gerade mitten in den Arbeiten an ihrem neuen Album stecken.
Na wenn das kein Grund ist, sie extra noch zu loben?!
Seit ich diese Truppe 1992 im Vorprogramm von BLIND GUARDIAN zum ersten Mal live erleben durfte, verfolgte ich ihren Werdegang und sog ihre Alben nur so auf.
Zwar hatte Jon Schaffer in der Vergangenheit immer wieder mit Besetzungswechsel zu kämpfen, doch er ließ sich nicht beirren und gab immer weiter sein Bestes.
Seit geraumer Zeit hat er im ehemaligen INTO ETERNITY Sänger Stu Block ja bekanntlich seinen Brother In Metal gefunden, was sich auch in gigantische Veröffentlichungen („Dystopia“, „Live In Ancient Kourion“, „Plagues Of Babylon“) niederschlägt.
Solchermaßen gestärkt, war es eigentlich auch klar, dass auch dieser Gig zu einem absoluten Erlebnis avancierte.
So war es dann natürlich auch.
Die Setlist war unglaublich, sodass wohl jeder Fan und Freund der Band seine helle Freude daran hatte.
Hier einfach mal die Auflistung der gespielten Tracks:
“Dark Saga”, “Plagues of Babylon”, “Democide”, “Vengeance Is Mine”, “Burning Times”, “V”, “Pure Evil”, “I Died for You”, “Cthulhu”, “Damien”, “Slave to the Dark”, “A Question of Heaven”, “My Own Savior”, “Dystopia”, “The Hunter”, “Watching Over Me”.
Ich freue mich jetzt schon auf ihr nächstes Werk und natürlich auf die im Winter anstehende Tour, die sie auch nach Germany führt.
Für mich sind und bleiben ICED EARTH eine der besten Bands auf diesem Planeten und dies haben sie mir an diesem Abend wieder eindrucksvoll bewiesen.
Auch wenn ich verständlicherweise während dem Gig von ICED EARTH nicht in die Halle konnte, sollte erwähnt werden, dass dort etwa zeitgleich UNLEASHED spielten und sicherlich eine ordentliche Fanbase um sich scharte.
Als die letzten Töne von ICED EARTH verklangen, ging es für mich jedoch noch ein letztes Mal in die Halle, wo CREMATORY das Festival beendeten.
Auch diesmal präsentierten sie wieder feinstes Material, dass einem zumindest kurzfristig vergessen ließ, dass nach ihrem Auftritt schon wieder das lange Warten auf das nächste BYH beginnen würde.
Aber noch erklang die Musik und jeder einzelne Song wurde abgefeiert.
Welch ein grandioser Abschluss für meine persönliche Party des Jahres!


Und so endete eine weitere Ausgabe in der Reihe Bang Your F**kin‘ Head!!!
Doch die Vorfreude herrscht schon wieder und wenn man bedenkt, dass mit Vince Neil, welcher ein Programm mit MÖTLEY CRÜE Tracks bestreiten wird, sowie VICIOUS RUMORS bereits für das kommende Jahr bestätigt sind, gehe ich zumindest grinsend und relaxed in die wartende Zeit.


Pics by Heiko Bendigkeit
http://www.heiko-bendigkeit.de/




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